Die Kinder schliefen heute Nacht oben an Deck. Nachts sind es angenehme 20 Grad und die Kabinen sind auch Nachts eher warm und so war die Idee der Übernachtung an Deck geboren. Felix passte anfangs noch etwas auf und als Marc morgens hoch kam, schliefen alle noch friedlich an Bord.

Wir wollten nun erst einmal die Schleusen bewältigen. Aufstehen und abdocken.
Eine Schleuse gab es zum aufwärmen und im Anschluss gab es den Weg über den L’Orb. Die Brücke war von unten viel beeindruckender, aber das hatten wir ja glücklicherweise gestern schon gesehen.
Drüber zu fahren war super cool und wir machten gleich hinter Brücke wieder fest,
Wir hatten noch Zeit für eine kleine Baderunde im Orb. Sehr erfrischend und so schön mit dem Hintergrund der Pont Vieux.

Um 10:15 wurden die Schleusentreppe von Fonseranes bei Béziers geöffnet. Sie zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region Okzitanien und zeigt eindrucksvoll, welche Ingenieurskunst bereits im 17. Jahrhundert möglich war.
Die Anlage wurde zusammen mit dem Canal du Midi von Pierre-Paul Riquet erbaut und 1681 in Betrieb genommen. Ursprünglich bestand die Schleusentreppe aus acht hintereinanderliegenden Schleusenkammern, die zusammen neun Wasserstufen bildeten – daher der bis heute gebräuchliche Name „9 Écluses de Fonseranes“. Heute werden sechs Schleusenkammern für die Schifffahrt genutzt und überwinden einen Höhenunterschied von rund 13,6 Metern.
Direkt neben der Schleusentreppe befindet sich außerdem das stillgelegte Wasserkeilhebewerk von Fonseranes. Es wurde in den 1980er-Jahren gebaut, um Schiffe schneller als über die Schleusen zu transportieren. Aufgrund technischer Probleme konnte sich das innovative System jedoch nie dauerhaft durchsetzen und wurde später außer Betrieb genommen. Heute erinnert die Anlage an ein spannendes Kapitel moderner Wasserbaugeschichte.

Los ging es durch eine Rundschleuse in die erste Ecluse. Alle an Bord, ausser Marc und Emma die von Aussen die Leinen annahmen und führten. Johann fuhr durch die gesamte Schleuse und er machte es super! In einer Schleuse waren wir zu dritt und es wurde eng.

Es wurden immer die Schleusenkammern von der nächsten Schleuse geöffnet und mit einigermaßen Druck in die nächste Schleuse gelassen.
Super spannend und die mit so vielen Zuschauern. Johann blieb cool und fuhr von einer Schleuse in die nächste, obwohl es echt eng war und das Boot riesig ist.


Es machte richtig Spass und dauerte sicher 30 Minuten bis wir oben angekommen waren.


Jetzt gab es erst einmal Frühstück!

Vorm Tunnel von Malpas machten wir halt. Der Name „Malpas“ stammt aus dem Okzitanischen und bedeutet so viel wie „schlechter“ oder „schwieriger Durchgang“. Genau dieses Hindernis stellte Pierre-Paul Riquet vor eine große Herausforderung: Statt den Canal du Midi um den Hügel herumzuführen, entschied er sich für eine damals revolutionäre Lösung – den Bau eines Tunnels direkt durch das Gestein. Viele Experten hielten das Vorhaben für unmöglich, doch Riquet setzte sich durch und schuf eines der berühmtesten Bauwerke des Kanals.
Der Tunnel ist rund 165 Meter lang und besitzt eine Gewölbehöhe von etwa 8,5 Metern. Im Inneren verläuft neben dem Wasser ein schmaler Treidelpfad. Früher zogen hier Männer die Lastkähne durch den Tunnel, während die Zugpferde den Hügel oberirdisch überquerten – ein beeindruckendes Beispiel für die Logistik des 17. Jahrhunderts.

Vor dem Tunnel gab es aber noch eine andere Besonderheit.
Nur wenige Schritte vom Tunnel von Malpas entfernt fällt aus der Vogelperspektive ein außergewöhnliches Landschaftsbild ins Auge: das Étang de Montady. Die kreisförmig angeordneten Felder erinnern an eine riesige Sonne, deren Strahlen nach außen verlaufen. Tatsächlich handelt es sich um eines der beeindruckendsten Beispiele mittelalterlicher Wasserbaukunst in Europa.
Ursprünglich befand sich hier ein flacher See, der über Jahrhunderte hinweg als sumpfig und unbrauchbar galt. Im Jahr 1247 beschlossen die örtlichen Grundherren, den See trockenzulegen, um wertvolles Ackerland zu gewinnen. Dafür wurde ein ausgeklügeltes Entwässerungssystem entwickelt: Rund 60 radial angelegte Gräben leiten das Wasser von den Feldern in einen zentralen Sammelschacht.
Von dort fließt das Wasser durch einen unterirdischen Entwässerungsstollen – den Canal de Montady – rund 1,3 Kilometer weit bis zum Fluss Aude. Dieses für das 13. Jahrhundert außergewöhnliche Ingenieurprojekt verwandelte den ehemaligen See dauerhaft in fruchtbares Ackerland.

Nach der kleinen Wanderung ging es durch den Tunnel und weiter bis Capestang

In Capestang machten wir in einer kleinen Truppe eine Runde durchs Dorf. Einmal in die Cathedrale und ab in den Patesserie Shop. Die Kuchen waren sooo gut,

Jeanne D’Arc war auch da und Olaf Schubert irgendwie auch.

Danach kurz noch in den Supermarkt für ein paar letzte Einkäufe bevor es wieder zurück zum Boot ging.

Noch einmal Wasser auffüllen und die letzte Etappe der Tour für heute hatten wir in die Abendstunden verlegt. Es wurde angehmer zu fahren und da es keine Schleusen gab, konnten wir in den Sonnenuntergang hinein fahren.

Zum Abendessen gab es Spaghetti Bolognese und während dessen fuhren wir gemütlich über die Felder durch die Natur. Es war so schön!!!

Zum Nachtlager suchten wir uns einen Platz auf dem freien Feld. Der Ausblick war super. Wir befestigten uns an zwei Bäumen und heute wollten alle an Deck schlafen. Nur Sophie ging unter Deck.

Gute Nacht für heute- ich muss nun mal Licht ausmachen!