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Die Höhlen von Postojna & das Gestüt Lipica

Heute wurde es mal touristisch bevor es nach Kroatien ging. Zuerst die Höhlen von Postojna. Wir hatten uns extra die Wecker etwas früher gestellt und waren somit die Ersten, die um 9 Uhr in die Höhle fuhren, ob das ein wirklicher Vorteil war, können wir nicht mit Sicherheit sagen.

Vor der Höhle gab es noch Frühstück mit 100 Asiaten im Hotel Restaurant 🙂 – kann man machen – muss man aber nicht. Wir haben uns auf die Terrasse verzogen und dann war es ganz okay.

Die zweitgrößte Tropfsteinhöhle der Welt erwartete uns. Das 24 kilometerlange Höhlensystem wird nur noch von der Tropfsteinhöhle Son Doong in Vietnam übertroffen. Laut einer Statistik wurde die größte Tropfsteinhöhle Europas bisher über 39 Millionen Mal besucht (eröffnet ende des 19. Jh.). Vielleicht sieht man an der hohen Besucherzahlen, diese Höhle ist leider kein Geheimtipp. Ganz im Gegenteil, man könnte es sogar als Massentourismus bezeichnen. Und das eben seit Ende des 19. Jh.. Früher wurde alles mit Kerzen angeleuchtet, sobald aber die Elektrizität erfunden war, wurden diese Lichter in der Höhle installiert – und das noch bevor London oder die Stadt Postojna selbst elektrisches Licht bekamen.

Von den 24 Kilometern sind 5 Kilometer für Besucher freigeben. Schon der Eingang zur Höhle, ein riesiges Loch im Berg, ist sehr imposant. Hier wirst man je nach Sprache in kleinere Gruppen eingeteilt.  Die Tour dauert insgesamt 1,5 Stunden. 3,5 Kilometer davon legt man mit einem Zug auf Schienen, der Grottenbahn, zurück. Die erste Bahn wurde bereits 1872 gebaut.

Die Fahrt in die Höhle dauert etwa 10 Minuten und es wird von Minute zu Minute kälter. Besonders im Sommer merkst du den starken Temperaturunterschied. Im Herzen der Höhle angekommen, war es doch recht schattig, hier herrschen Sommer wie Winter konstante 10 Grad. 

In den 1,5 Kilometer, die wir mit einem Guide gingen, haben wir verschiedene Säle gesehen, vorbei an wunderschönen Tropfsteingebilden und unterirdischen Flüssen. Jeder Saal hat einen eigenen Namen. Besonders lustig fanden wir den Spaghetti-Saal. Hier hängen tausende dünne Kalksteine von der Decke – Spaghetti eben. Es sieht so aus als hätte jemand die langen Nudeln an die Decke geworfen und sie wären kleben geblieben. Diese Gebilde wuchsen laut Guide 1mm pro 10 Jahre. Es gab aber auch sogenannte „Vorhänge“, Stalaktiten, die an Schrägen wuchsen und daher einen Vorhang bildeten – diese Formationen wuchsen lediglich 1mm in 50 Jahren…

Am Ende der Tour trifft man auf das Highlight der Höhlen von Postojna. Der etwa 5 Meter hohe Stalagmit mit dem Namen Brillant. Den Namen hat er aufgrund seiner weißen und glänzenden Oberfläche, die durch das Wasser, das über den Tropfstein läuft, entsteht. Dazu wird er noch von unten beleuchtet, was ihn noch mal mehr erstrahlen lässt.

In der Höhle kann man außerdem in einem Vivarium den Grottenolm ansehen. Das ist eine besonders seltene, scheue und blinde Lurch Art, die am häufigsten in der Postojna Höhle zu finden ist. Wenn man ihn genau ansieht, versteht man, warum er auch als Drachenbaby bezeichnet wird. Der Grottenolm hat sich den Gegebenheiten der Höhle angepasst. Er wird bis zu 100 Jahre alt und kann 12 Jahre ohne Nahrung überleben. Insgesamt leben in der Höhle 175 Tierarten, 115 Arten davon kommen nur in Höhlen vor. (u.a. Spnnen, Käfer, Garnelen etc. Letzteres haben wir kurz gesehen.)

Den Großen Saal fanden wir auch klasse, hier schallte das Echo 6 Sekunden lang.

Alles in allem müssen wir aber sagen, dass das für uns von unseren drei Höhlen die schwächste war. Sicher immer noch ein Highlight, aber beide anderen waren irgendwie nicht so touristisch und hatten noch etwas von Entdeckertum, besonders unsere Kayakhöhle.

Für uns ging uns nun zurück ins Hotelzimmer, mit Late Check out konnten wir glücklicherweise alles da lassen und uns noch einmal frisch machen.

Lipica war nur 30 Minuten entfernt und diesen kleinen Umweg nahmen wir natürlich auf uns.

Die Geschichte von Lipica ist eng mit den Habsburgern verbunden. Da das Karstgebiet rund um den Ort Sežana sehr ähnlich zur spanischen Landschaft ist, war es der ideale Ort, um die teuren spanischen Pferde der Herrscher dort unter zu bringen. Und so wurde die frühere Sommerresidenz des Triester Bischofs im Jahr 1580 zum kaiserlichen Gestüt.

Dieses wurde in den folgenden Jahren und Jahrhunderten immer wieder erweitert und umgebaut.

1786 taucht dann zum ersten Mal der Name Lipizzaner auf. Das Pferd, benannt nach dem Gestüt Lipica, erlangt vor allem durch seinen Einsatz an der Spanischen Hofreitschule in Wien eine große Bekanntheit.

Wir machten eine Hoftour auf deutsch und erfuhren viel über die Pferde und deren Stammbäume und die verschiedenen Ställe. 

Es war alles Tip Top sauber und in einem perfekten Zustand. Die meisten der 350 Pferde waren auf den Weiden und lebten die meiste Zeit in zwei Herden freilaufend.

Der Velbanca, auf deutsch Wölbstall, gehört – neben dem Schloss – zu dem ältesten erhaltenen Stallgebäude im alten Ortskern. Laut einer Steintafel am Eingang stammt er bereits aus dem Jahr 1703. Namensgebend war das Tonnengewölbe, das über die ganze Länge des Stalles verläuft.

Der Wölbstall wurde seit seinem Bau ausschließlich für die Zuchthengste verwendet und ist – was die Architektur angeht – das wertvollste Gebäude im alten Ortskern. In diesem ältesten Stall hatten die Boxen eine Größe von 20qm und waren weitaus größer als die neuen. Heutzutage haben die Boxen dort eher 12qm.

Neben den Gebäuden konnten die beiden Mädels auch direkten Kontakt mit den Pferden machen und diese streicheln und bei einigen Ponys durften sie diese auch striegeln und frisieren.

 

Das Highlight war dann aber die Pferdeshow.

Wieder einmal war fotografieren verboten! Aber ein paar kleine Eindrücke haben wir doch mitgenommen.

Die Show ging 40 Minuten und bot von Kutschfahrt, über Dressur – bis hin zum doppelten Luftsprúng- keine Ahnung wie der richtig heißt.

Ein schöner Abschluss für unseren Besuch.

Auf dem Rückweg Richtung Italien haben wir dann noch die Herden gesehen und gestaunt wieviele Fohlen vorhanden waren. In diesem Jahr waren es 29 Fohlen. 14 weiblich, 15 männlich. Diese dürfen bis zu 9 Monaten bei der Mutter bleiben und werden dann alle gemeinsam getrennt und mit anderen Stuten bzw Hengsten untergebracht – hierbei spielt das Alter eine große Rolle. die 1-2 jährigen Hengste dürfen mit den 3 Jährigen nicht zusammen gehalten werden, da die großen schon ihre Kräfte messen und die Rangordnung auskämpfen. Ab 3 Jahren kommen die Hengste auf andere Gestüte und dürfen mit ca 4-5 Jahren wieder zurück kommen, sind aber erstmal auf Probe wieder aufgenommen. Manchmal wir festgestellt, dass das Stockmaß ein anderes ist und somit das Bild bei der Vorführung „gestört“ wird. Mal wird festgestellt, dass das Pferd nicht für die Dressur, wohl aber für die Kutsche einsetzbar ist, wieder andere werden verkauft. Jedes Jahr werden so viele Pferde verkauft, wie es Fohlen gab, um die Anzahl konstant zu halten. Die Stuten werden nach der Trennung von der Mutter mit anderen „Oma“-Stuten zusammen gestellt und lernen so von diesen erfahrenen Tieren, bis sie selbst weiter ausgebildet werden. 

Über Italien und dann doch etwas länger, ging es nun nach Kroatien. Wir sind in Plitvica bei den Plitvicer Seen, aber dazu morgen mehr. Gegen Abend wurde unsere Unterkunft bezogen. Die Villa Dobra. Danach war einkaufen dran und zum Abendessen waren wir im nahen Bistro.

Es gab Cevapcici und Pizza – welch eine Kombi.

Morgen gehen wir wandern. Wir sind gespannt, ob die Seen wirklich so schön sind und der Weg sich gelohnt hat.

Liebe Grüße an alle!

 

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